Das Landestheater

Landestheater Eisenach

1879 schenkte der Mäzen und Großindustrielle Julius von Eichel-Streiber der Stadt ein Theater. Das Eisenacher Theater wurde in den folgenden Jahren von Weimar aus geleitet. Es gab ein eigenes Schauspielensemble, das Musiktheater kam vorwiegend aus Meiningen und Weimar und damit auch große Namen wie Richard Strauss oder Max Reger.

Zwischen 1889 und 1927 verpachtete die Stadt das Theater an private Direktoren, die es als wirtschaftliches Unternehmen unter strenger Kontrolle der Stadt zu führen hatten. 1927 beschloss die städtische Theater-Kommission, das Theater nicht wieder zu verpachten, und sparte somit die sowieso schon geringen städtischen Zuschüsse ein, die Bespielung mit eingekauften Inszenierungen lag nun in der Hand von Theatervereinen.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 war auf einmal die Wiedereröffnung des Theaters möglich, die Mittel kamen von der Stadt. Die Bühnenkunst hatte der nationalsozialistischen Ideologie zu dienen. Im Zuge des Krieges musste das Theater 1944 schließen. Nach dem zweiten Weltkrieg, im August 1945 konnte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. Mit der Beheimatung zahlreicher Musiker der international anerkannten Schlesischen Philharmonie wurde 1946 ein eigenes Musiktheater von hoher Qualität begründet. Seit 1951 war das Theater ein Mehrspartenhaus und wurde 1952 vom Stadt- zum Landestheater erhoben. In der DDR etablierte sich das Theater in der Region. Die Künstler hatten die Gratwanderung zwischen den Vorgaben der sozialistischen Kulturpolitik und dem eigenen künstlerischen Anspruch zu bewältigen.

Nach der Revolution von 1989 dauerte es nur drei Jahre bis die Einsparungen begannen. 1992 beschloss der Stadtrat entgegen starker Proteste aus der Bevölkerung, das Schauspielensemble zu streichen. Es folgte die Fusion mit dem Rudolstädter Theater, dessen Schauspiel in Eisenach mit gutem Erfolg bis 2003 wirkte.
Mit der Aufkündigung des Kooperationsvertrages und der Hinwendung zum Meininger Staatstheater gingen die Kündigung zahlreicher Theatermitarbeiter und die Auflösung des Opernchores einher. Seit 2004 existiert die Kooperation mit dem Meininger Theater. Die Einsparungen machten den Aufbau eines Jungen Schauspiels möglich, dass vor allem Schüler ansprechen soll, um dem Ausbleiben des Publikumsnachwuchses entgegenzuwirken.
2006 verkündet der Kultusminister Jens Goebel, die Zuschüsse für das Eisenacher Theater um zwei Drittel zu kürzen. Eisenachs fügte sich dem Druck der Landesregierung und schloss sich mit Meiningen zusammen, was bedeutete, dass man auf eine eigene Leitung verzichtet, das Opernensemble abgewickelt und die Landeskapelle halbiert wurde sowie zahlreiche Mitarbeiter in der Technik ihre Stellen verloren. 2008 hatte das Eisenacher Musiktheater seine letzte eigene Vorstellung, von nun an kamen die Musikproduktionen aus Meiningen.
2012 spitzte sich die Situation abermals zu. Eisenach hatte keinen beschlossenen Haushalt und konnte seinen Eigenanteil nicht mehr aufbringen. Man hoffte auf Hilfe vom Land, die versagt wurde, da kein akzeptables Sparkonzept vorlag. Angeheizt wurde die Situation vom Kommunalwahlkampf. Der Förderkreis des Theaters organisierte daraufhin Protestaktionen, die in diesem Falle in letzter Minute erfolgreich waren. Es heißt, das Theater sei nun bis zur Spielzeit 2016/17 gesichert.
Trotz dieser Belastung gelang es den Theaterschaffenden immer, den Spielbetrieb mit einem abwechslungsreichen Spielplan aufrecht zu erhalten und den Kontakt zum Publikum nie zu verlieren. Die Eisenacher mussten sich in den Jahren nach der „Wende“ ihr Theater hart erkämpfen. Das macht den besonderen emotionalen Bezug zu ihrem Haus aus.

Diese Chronologie soll letztlich nicht den Blick auf das Theater bestimmen. Ausschlaggebend ist die Kunst. Diese wird in unserem Eisenacher Theater von hoher Qualität reichlich geboten. Das Theater besteht im Moment aus einem Ballett mit 16 Tänzern unter der Leitung von Andris Plucis, der Landeskapelle mit 24 Musikern unter der Leitung des GMD Carlos Domínguez-Nieto und dem Schauspiel mit 6 fest angestellten Künstlern, dem Boris C. Motzki vorsteht, der auch gleichzeitig der stellvertretende Intendant ist. Ansgar Haag ist der Intendant der Theater Eisenach und Meiningen. Für Opern, Operetten und ausgesuchte Schauspielaufführungen kommen die Meininger nach Eisenach. Das Eisenacher Ballett, das Eisenacher Schauspiel und die Landeskapelle treten wiederum in Meiningen auf. Bei Musical-Inszenierungen stehen Meininger und Eisenacher Künstler gemeinsam auf der Bühne. Daraus ergibt sich eine ansprechende und vielseitige Spielplangestaltung mit vielen Höhepunkten.

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